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Perfekte Lösungen

23.08.2007

Hydrophobierung

Einen Baustoff zu hydrophobieren bedeutet ihn wasserabweisend zu machen, oder zumindest seine Wasseraufnahme zu reduzieren. Der hydrophobierende Wirkstoff belegt die inneren Poren- und Kapillaroberflächen und macht sie dadurch wasserabweisend. Die Poren und Kapillaren werden dabei aber nicht verschlossen, das heißt, dass die Diffusionsfähigkeit (Atmungsaktivität) des Baustoffes so gut wie unverändert erhalten bleibt.

Die richtige Anwendungstechnik:


Alle Hydrophobierungsmittel auf Basis siliciumorganischer Verbindungen brauchen für die Reaktion zum endgültigen Wirkstoff (Siliconharz) Feuchtigkeit, die aber auf jedem Baustoff in ausreichender Menge vorhanden ist (adsorbiert). Zur optimalen Wirksamkeit gehört es auch, dass die Siliconharzmoleküle chemisch fest auf der Baustoffoberfläche gebunden werden und ihre wasserabstoßenden Molekülteile (die Kohlenwasserstoffketten) in den freien Porenraum hinein recken können.

Das Ziel ist, gute Wirksamkeit über lange Zeit und ohne negative Nebeneffekte zu erhalten. Der Chemiker ist in der Lage, Verbindungen zu synthetisieren, die diesen Anforderungen entsprechen, soweit es der jeweilige Kenntnisstand und die Grenzen des Machbaren erlauben. Damit alleine ist es dann jedoch noch nicht getan: Die Produkte müssen auch richtig angewendet werden.
Grundsätzlich ist die Wirksamkeit der Imprägnierung um so besser, je höher die Eindringtiefe ist. Unter dem Gesichtspunkt des Preis/Leistungsverhältnisses gesehen. liegt die optimale Eindingtiefe bei normalen Fassaden jedoch nur bei 2 bis 4 mm, während bei Flächen, die einer Frost-Tausalzbeanspruchung ausgesetzt sind (waagerechte Flächen aus Beton, Estrich oder Pflastersteinen), die optimale Eindringtiefe deutlich höher ist (6-8 mm).

Grundsätzlich hängt die erzielbare Eindringtiefe ab von:

Wie feucht darf der Untergrund sein?

Eine exakte Angabe, wie feucht der Baustoff sein darf, lässt sich nicht machen. Ein Baustoff, der im Inneren sehr feucht, aber an der Oberfläche relativ trocken ist, kann sich für eine Imprägnierung durchaus eignen. Ein insgesamt gesehen eigentlich trockener Baustoff, der nach einem Regenschauer in der Oberflächenzone jedoch recht nass ist, kann man dagegen nicht imprägnieren. Für die Imprägnierbarkeit ist also der Wassergehalt in der recht dünnen Oberflächenzone ausschlaggebend. Die heutigen Imprägniermittel sind eigentlich allesamt nicht sonderlich feuchteempfindlich und selbst bei feuchter Witterung verarbeitbar, da der Baustoff in der Regel nach einem Tag ohne Regen bereits oberflächlich wieder ausreichend abgetrocknet ist. Im Zweifel achte man peinlich genau auf die Herstellerangaben im Technischen Merkblatt! 

Zum Auftragen eignet sich eine einfache Baumspritze ohne Zerstäuberdüse am besten (besser noch die malerüblichen Airlessgeräte, aber ein solches hat nicht jeder). Mittels Quast (Bürste), Fellrolle oder weichem Pinsel ist die Verarbeitung zwar prinzipiell auch möglich, jedoch ist eine tatsächliche Flutung mit dem erforderlichen Materialüberschuss meiner Meinung nach damit nur bei sehr kleinen Flächen sinnvoll zu erzielen.


Die Arbeitschutz-Hinweise des jeweiligen Herstellers genau durchlesen (speziell beim Spritzverfahren) und auch befolgen. :-)

Bei der Imprägnierung ist eine möglichst lange Kontaktzeit zwischen Baustoff und Imprägnierlösung das Ziel. An senkrechten Flächen ist dazu das Flutverfahren am geeignetsten: Man bringt dabei die Imprägnierlösung möglichst drucklos so auf die Fläche auf, dass diese an der Aufsprühstelle nicht mehr aufgesaugt wird, sondern bis zu einem halben Meter an der Fläche herunterläuft. Dadurch, dass man sich mit der Sprühdüse langsam seitwärts bewegt, wird die gesamte Fläche satt getränkt. Um größere Eindringtiefen zu erzielen ist ein mehrmaliger Auftrag dringend zu empfehlen. Zweimal kurz (weniger Auftragsmenge) ist besser als einmal lang gespritzt. Es sollte aber immer nass in nass gearbeitet werden, also nicht lange zwischen den beiden Flutungen gewartet werden. Wenn das Lösungsmittel der ersten Flutung in der Zwischenzeit merklich abdunsten kann, ist der Zeitraum zu lang gewählt. Also: Zügig arbeiten und lieber eine große Fläche in viele kleine, einzeln zu imprägnierende einteilen.

Der Abperleffekt und warum er nichts über die Qualität aussagt

Schon kurze Zeit nach dem Auftrag der hydrophobierenden Imprägnierlösung zeigt sich beim Aufsprühen von Wasser der typische Abperleffekt, der optisch sehr eindrucksvoll ist, jedoch letztendlich nichts über die Qualität der Hydrophobierung aussagt. Wichtig für die Langzeitwirksamkeit ist einerseits die Tiefenwirkung un andererseits die Alkalibeständigkeit (je nach Untergrund). Man kann sich über die Wirksamkeit sehr leicht täuschen (lassen): Wenn der Abperleffekt ist in den ersten Wochen hervorragend ist, so heißt das noch gar nichts. Die langfristige Wirkung kann vorhanden sein oder auch nicht.

Problematisch, weil vom Anwender nicht zu kontrollieren, sind zwei Faktoren: Der Wirkstoff und seine Alkalibeständigkeit sowie der Wirkstoffgehalt, also die Konzentration der Lösung. Ein guter Wirkstoff, aber in zu geringer Menge im Hydrophobierungsmittel enthalten, ist genauso schlecht wie ein schlechter Wirkstoff in ausreichender Konzentration. Hydrophobierungsmittelkauf ist Vertrauenssache!

Angenommen, der Abperleffekt ist anfangs sehr schön ausgeprägt, aber schon nach wenigen Monaten steigt die Wasseraufnahme des Fassadenbaustoffs bereits wieder kontinuierlich an. (Das kann man übrigens durch einfache Wasseraufnahmeprüfungen feststellen - Karsten'sches Prüfröhrchen, siehe unten.) Aber bis man bemerkt, dass man vom Hersteller bzw. Vertreiber über's Ohr gehauen wurde, sind viele Monate seit der Arbeitsausführung vergangen und nachweisen kann man ihm sowieso gar nichts. Viele Noname-Produkte enthalten viel zu wenig und/oder einen schlechten Wirkstoff für eine nachhaltige Wirksamkeit und trotzdem werden sie immer wieder gekauft - "Sparen am falschen Ende" nennt man das. ;-)

Umgekehrt: Selbst wenn der Abperleffekt schon nach kurzer Zeit verschwunden ist, kann die eigentliche Hydrophobierung, die Reduzierung der kapillaren Wasseraufnahme, noch voll vorhanden sein. Die Ursache für das baldige Verschwinden des Abperleffektes liegt darin, dass die Siliconharze zwar chemisch sehr stabil sind, jedoch von UV-Strahlung recht schnell abgebaut werden. Schon nach kurzer Zeit in der Sonne werden hydrophobierte Flächen wieder von Wasser benetzt. Die UV-Strahlung der Sonne dringt jedoch nicht in den Baustoff ein und dadurch bleibt der im Inneren befindliche Anteil der Hydrophobierung davon unbeeinträchtigt. Nur die durch Abrieb oder andere mechanische Beschädigung der Oberfläche freigelegten - und damit der UV-Strahlung zugänglich gemachten Bereiche - können angegriffen werden. Aus diesem Grund ist die Eindringtiefe für die Dauerhaftigkeit der Maßnahme so eminent wichtig.

 






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